"Alles was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere, und alles was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst." Thich Nhat Hanh
"Alles was wir für uns selbst tun,tun wir auch für andere,und alles was wir für andere tun,tun wir auch für uns selbst."                              Thich Nhat Hanh

Fragen

  • Wie erhalte ich eine Pflegestufe und worin liegen die Unterschiede?

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, ist die Einstufung in eine Pflegestufe notwendig. Die Pflegestufe gibt an, in welchem zeitlichen Umfang der Patient pro Tag pflegebedürftig ist, wobei zwischen Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlicher Versorgung (z.B. Einkaufen, Kochen, Aufräumen) unterschieden wird. Die Unterschiede finden sie in der Vergütung der einzelnen Pflegestufen, entsprechend dem Pflegegeld oder der Sachleistung.

 

Geldleistung

Damit ergänzen die Leistungen der Pflegeversicherung die familiäre, nachbarschaftliche oder sonstige ehrenamtliche Pflege und Betreuung bei häuslicher und teilstationärer Pflege.

Anspruch auf Pflegegeld besteht dann, wenn der Pflegebedürftige mit dem bewilligten Betrag die notwendige Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellen.

 

 

 
 

 Kombinationsleistung  

Sach- und Geldleistungen können kombiniert werden, so dass bestimmte Pflegeleistungen durch fachlich ausgebildetes Personal erbracht werden, andere Tätigkeiten  von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn.

Im Falle einer solchen Kombination wird das Pflegegeld im Verhältnis zu den in Anspruch genommenen Sachleistungen reduziert. 

 

Sachleistung

Der Anspruch auf Pflegesachleistungen besteht nur, wenn die pflegerische Versorgung von einem ambulanten Pflegedienst erbracht wird. Voraussetzung dabei ist, dass der Pflegedienst Versorgungsverträge mit den Krankenkassen abgeschlossen hat.

 

 

  • Welche zusätzlichen Leistungen stehen bei häuslicher Pflege zur Verfügung?

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für Pflegehilfsmittel sowie technische Hilfsmittel, die zur häuslichen Pflege notwendig sind bzw. dem Pflegebedürftigen eine selbstständige Lebensführung ermöglichen. Zu diesen technischen Hilfsmitteln zählen beispielsweise Pflegebetten, PEG Pumpen, Beatmungsmaschine, Absaugkatheter. Diese werden zumeist als Leihgabe durch ein gewähltes Sanitätshaus zur Verfügung gestellt. Dabei gilt es zu klären ob sie eine Zuzahlung leisten müssen. Kosten für Pflegehilfsmittel (z. B. Einlagen, Handschuhe, Desinfektionsmittel…) werden  monatlich bis zu 40 Euro übernommen. Dafür ist keine Verordnung notwendig.

Zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes von Pflegebedürftigen gewähren die Pflegekassen finanzielle Zuschüsse. Für Pflegebedürftige aller Pflegestufen, werden bis zu 4000 Euro je Maßnahme genehmigt. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, beispielsweise in einer Wohngemeinschaft werden bis zu 16.000 Euro von der Pflegekasse bezuschusst.

Jeder Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohnformen, erhält eine zusätzliche Leistung von monatlich 205 Euro, um eine nicht pflegebedürftige Präsenskraft, welche sich um die Organisation in der Wohngruppe kümmert zu finanzieren.

 

Zusätzliche Betreuungsleistungen

(Der jeweilige Betrag wird nicht ausgezahlt!)
 

Ab dem 01.01.2015 stehen zusätzliche Betreuungsleistungen allen Pflegeversicherten, die eine Pflegestufe haben zur Verfügung.
Bei Einstufung in die Pflegeversicherung hat jeder Versicherte einen grundlegenden Anspruch auf monatlich 104 €.

Bei Demenz, psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung steht der erhöhte Betrag von 208 € monatlich zur Verfügung. Anspruchsvoraussetzung für den erhöhten Betrag ist ein erheblicher allgemeiner Betreuungsaufwand, der analog des Kriterienkataloges der Begutachtungsrichtlinie des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) ermittelt wird.

Diese Gelder summieren sich, wenn sie nicht genutzt werden.
Außerdem können die ungenutzten Summen bis zum 30. Juni des Folgejahres abgerufen werden. Erst nach diesem Zeitpunkt verfallen die nicht genutzten Gelder der zusätzlichen Betreuungsleistungen.


Die Inhalte der so genannten zusätzlichen Betreuungsleistungen und die Preise können frei zwischen Pflegedienst und Patientin/Patient ausgehandelt werden.

Nachdem Ihrem Antrag stattgegeben wurde, reichen Sie die Privat-Rechnungen des Pflegedienstes über die zusätzlichen Betreuungsleistungen zur Erstattung bei Ihrer Pflegekasse ein oder Sie unterzeichnen eine Abtretungserklärung und der Pflegedienst rechnet direkt mit Ihrer Pflegekasse ab.

 

  • Was ist der zwischen Unterschied Behandlungspflege / Grundpflege / Hauswirtschaftsversorgung?

Behandlungspflege - bezeichnet alle ärztlich verordneten Maßnahmen wie z.B. Blutdruck messen, Blutzucker messen, Insulin spritzen, Verbandswechsel, Beatmungsüberwachung, Absaugen. Dazu benötigt man eine Verordnung vom Arzt und daraufhin eine Genehmigung durch die Krankenkasse. Diese Leistungen werden vom Pflegedienst der Wahl  erbracht und direkt mit der Krankenkasse abgerechnet.

Grundpflege - bezeichnet alle pflegerischen Tätigkeiten, wie z.B. Ganzkörperwaschung, Teilwaschung, Begleiten zur Toilette, Katheterpflege, An- und Ausziehen. Diese werden über die Pflegekasse direkt mit dem Pflegedienst abgerechnet oder als Eigenleistung durch den Kunden übernommen. Der Pflegebedarf wird durch den Pflegedienst festgestellt und nach Wunsch des Kunden angepasst.

Hauswirtschaft - bezeichnet alle Leistungen, die zur Unterstützung im Haushalt dienen wie z.B. Staubsaugen, Essen zubereiten. Diese Leistungen können ebenfalls über die Pflegekasse oder als Privatleistung in Rechnung gestellt werden.

 

  • Was ist der MDK?

Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) vertritt die Kranken- und Pflegekassen. Er ist verantwortlich für Begutachtungen z.B. ob Verordnungen übernommen werden oder welche Pflegestufe bei einem Kunden notwendig ist. Zudem haben Sie eine beratende Funktion in medizinischen Versorgungsfragen und sichern die Pflegequalität, indem sie Eichrichtungen hinsichtlich Ihrer Qualität überprüfen.

 

  • Was sind Beratungsbesuche nach § 37.3 und bieten Sie diese an?

Kunden, die Geldleistung erhalten, müssen einen Kontrolleinsatz bzw. Beratungsbesuch nach §37.3 von einem zugelassenen Pflegedienst durchführen lassen. Dieser Einsatz soll die Qualität der häuslichen Pflege gewährleisten und dem Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Pflegestufe 1 und 2: halbjährlich              Pflegestufe 3: vierteljährlich

 

Die Kostenpauschale wird komplett von der Pflegekasse übernommen und durch den Pflegedienst direkt mit der entsprechenden Pflegekasse abgerechnet. Natürlich bieten wir diese Gespräche in Form von Beratung für Sie an.

 

  • Was sind Investitionskosten?

Ein ambulanter Pflegedienst muss seine so genannten "gesondert berechenbaren Investitionsaufwendungen" auf die Pflegebedürftigen umlegen, da sie nicht in der Leistungsvergütung der Pflegekasse enthalten sind.
Bei diesen Investitionsaufwendungen handelt es sich bspw. um die Kosten für die Miete des Büros und Leasingraten für die Autos, Abschreibungen auf Inventargegenstände und Aufwendungen für Instandhaltung oder Instandsetzung bspw. Reparatur der Autos.
Wenn ein geringes Einkommen besteht, mit dem die Investitionskosten nicht gedeckt werden können bzw. durch die Kosten eine Härte entsteht, kann beim Sozialhilfeträger eine Kostenübernahme beantragt werden.

 

  • Was ist die 1:1 Betreuung oder ambulante Intensivpflege?

"Häusliche Intensivpflege“ bzw. auch „ambulante Intensivpflege“ ist ausgerichtet für Patienten deren Betreuung und Pflege sonst nur im klinischen Umfeld möglich wäre. Die Häusliche Intensivpflege, oder 1:1 Versorgung sichert bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen die Weiterführung der anspruchsvollen, intensiven Pflege. Nach dem Grundsatz der Krankenversicherung: "Ambulant vor Stationär" findet die Versorgung in der Häuslichkeit des Patienten bis zu 24 Stunden rund um die Uhr durch Fachpersonal statt. Alternativ kann der Patient auch im  Pflegeheim mit Beatmungsbetten oder ambulanten / stationären Wohngruppen untergebracht werden.

 

  • Wann gilt ein Patient als intensivpflichtig?

Intensivpflichtigkeit hat nichts mit der Pflegestufe zu tun. Insgesamt kann man sagen, dass die Voraussetzung für eine häusliche Intensivpflege sich aus einem erhöhten Pflegeaufwand und / oder einer vitalen Bedrohung des Patienten ergibt, wenn er z. B  eine Trachealkanüle hat, und damit zu UNVORHERSEHBAREN Zeiten abgesaugt werden MUSS. Das heißt, es reicht eben nicht aus das eine examinierte Fachkraft intermittierend am Tag vorbei kommt, sondern diese Ihn rund um die Uhr überwachen muss, da er sonst unvorhersehbaren lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt ist. Man sieht, dass eine Beatmungsmaschine keine Grundvoraussetzung darstellt um als intensivpflichtig zu gelten. Mit dem Wort „unvorhersehbar“ stellt sich die Frage, ob nicht auch ein pflegebedürftiger Mensch, der an Epilepsie erkrankt ist unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt ist. Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen. Intensivpflege ist immer eine Einzelfallentscheidung

Folgende Patientengruppen können in Frage kommen:

  • beatmungspflichtige (COPD-) Patienten (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), respiratorische Insuffizienz
  • Querschnittslähmung (Unterbrechung der Nervenleitungen im Rückenmark)
  • Apallisches Syndrom
  • Tumorerkrankungen
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • andere neurologische Erkrankungen, Bewusstlosigkeit / Koma

 

  • Wer entscheidet ob ein Patient intensivpflichtig ist?

Vorbereitend werden sie in der Klinik durch den Sozialdienst beraten, welche Versorgungsform nach dem Klinikaufenthalt für den Angehörigen empfehlenswert wäre. Nachdem sie sich für einen Versorger entschieden haben, informieren sie die Krankenkasse des Patienten darüber, und diese schickt den Medizinischen Dienst der Krankenkasse zum Patienten um diesen zu begutachten. Dies passiert zumeist noch in der jeweiligen Einrichtung vor der Verlegung. Der MDK erstellt ein Gutachten und übergibt dies als Empfehlung an die Krankenkasse. Diese gibt dann die endgültige Zu- oder Absage.

 

  • Arbeiten nur Fachpflegekräfte in der häuslichen Intensivpflege?

Die in der häuslichen Intensivpflege tätigen Pflegekräfte müssen eine 3-jährige Ausbildung zur "examinierten Pflegefachkraft" erfolgreich abgeschlossen haben. Zusätzlich bilden wir alle Pflegekräfte zur Fachkraft für Außerklinische Beatmungspflege aus.

In den ambulant betreuten Wohnformen arbeiten an der Seite des examinierten Fachpersonals Pflegehilfskräfte.

 

  • Wieviel Stunden Intensivpflege werden in der Regel genehmigt?

Das Minimum in der Intensivbetreuung liegt bei 6 Stunden, das Maximum bei 24 Stunden. Erfahrungsgemäß ist dazwischen alles möglich.

 

 

  • Wie wird die Intensivpflege finanziert?

Wurde durch den MDK festgestellt, dass der Patient kontinuierliche Aufsicht durch eine pflegerische Fachkraft benötigt ( bis zu 24 Stunden ) um die spezielle Krankenbeobachtung zu gewährleisten, übernimmt die Krankenkasse die Finanzierung der entsprechenden Versorgung. Voraussetzung ist, dass eine entsprechende Verordnung durch einen niedergelassenen Arzt vorliegt. Werden neben der Behandlungspflege auch die grundpflegerischen Tätigkeiten durch das Pflegepersonal geleistet, wird das Pflegegeld entsprechend der Pflegestufe als Sachleistung durch den Pflegedienst abgerechnet. Vor der Übernahme der Pflege erhalten sie einen Kostenvoranschlag in Form des Pflegevertrages mit allen aufgelisteten Leistungen und möglichen Eigenleistungen (Investitionskosten). Wird der Patient zwischenzeitlich ins Krankenhaus eingeliefert, ruht der häusliche Intensivpflegevertrag für die Zeit des Krankenhausaufenthalts.

 

  • Was macht die Betreuung in der ambulanten Intensivpflege so einzigartig?

Den klassischen stationären Ablauf und Alltag wie man Ihn vielleicht im Heim oder im Krankenhaus kennengelernt hat, gibt es nicht. Da die Biografiearbeit groß geschrieben wird und den Hauptgewicht in der intensiven Betreuung darstellt, entscheidet der Patient selbst wann welche pflegerische Versorgung durchgeführt wird. Kann er sich selbst nicht mehr mitteilen, sind seine Angehörigen und Freunde unser Zugang zu Ihm und seinen Lebensgewohnheiten. Wir versuchen im gegebenen Rahmen die Gewohnheiten des Lebens von vorher beizubehalten. Baden sie gern mittags? Gern!! Sind Sie Frühaufsteher und genießen für gewöhnlich noch vor dem Frühstück den Kaffee? Dann gibt es genau eine Einschränkung- Wir müssen wissen welche Sorte! Im Rahmen der Basalen Stimulation ist es kein MUSS  Schlucken zu können um zu genießen.

Ob in einer alternativen Wohnform oder zu Hause, der Alltag wird nach den Angehörigen und dem Patienten ausgerichtet. Die Pflegekräfte verbleiben stets im Gaststatus und stehen helfend und beratend jederzeit zur Seite.

Vom Friseur bis hin zum Geburtstagsbesuch der Cousine, zum Kino oder Handballspiel lässt es die Personalsituation zu das die Umsetzung dessen organisiert werden kann. 

 

 

 

  • Wer organisiert die Überleitung aus der Klinik, der Hilfsmittel und eruiert was überhaupt benötigt wird?

Wir führen mit Ihnen das Erstgespräch, bei dem wir zusammen schauen welche Wohn- und Betreuungsformform möglich ist und hinterfragen die wichtigsten Fakten für unsere weiterführende Arbeitsorganisation. Daraufhin setzen wir uns mit der Klinik, den Ärzten, dem Sozialdienst sowie dem von ihnen gewünschten Sanitätshaus in Verbindung und regeln die Entlassung, planen das Pflegeteam und organisieren erforderliche Hilfsmittel. Während der ganzen Zeit halten wir mit Ihnen engen Kontakt. Somit sind sie aktuell  informiert über alle Zwischenschritte und wir können gemeinsame Termine vereinbaren.

Unser Ziel ist es sie größtmöglich in dieser emotional schweren Situation zu entlasten und Ihnen die Sicherheit zu geben, dass es weiter geht.

 

 

  • Habe ich überhaupt noch die Möglichkeit der Privatsphäre? Ist ein Partnerschaftliches Zusammenleben überhaupt möglich wenn 24 Stunden rund um die Uhr eine Pflegekraft sich in meinem Zu Hause aufhält?

Eine 24 Stunden Versorgung in den eigenen 4 Wänden ist immer ein Eingriff in die Privatsphäre, dies gilt es auch nicht schön zu reden. Es lässt sich allerdings für alle Seiten angenehm gestalten, wenn die Pflegekraft ein Zimmer zur Verfügung hat, in das sie sich gegebenenfalls zurückziehen kann. Allerdings muss dort sichergestellt sein, dass sie den Patienten und die Geräuschkulisse der Medizinischen Geräte wahrnimmt. Die Pflegekraft muss Tag und Nacht  unvorhersehbar endotracheal-, oral-, oder nasal absaugen, und wenigstens 2 bis 3-stündlich den Patienten lagern. Viele pflegerische und technische Tätigkeiten können natürlich in diesem Zusammenhang vollzogen werden.

Hier finden Sie uns

LOTOS - Außerklinische Intensivpflege Mitteldeutschland GmbH
Reichelstraße 23
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Telefon: 0391 55555722

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